Die halbe Wahrheit hinter "Folge deiner Leidenschaft und alles andere wird sich ergeben"

"Mach' etwas "Richtiges". Das andere kannst du immer noch in der Freizeit machen", hast du sicherlich auch schon einmal von deinen Eltern oder Bekannten gehört. Diesem Satz entspringt nicht unbedingt der Wunsch, dass es dir nicht besser gehen darf, als ihnen. Stattdessen steckt hinter dieser Nachricht vielmals Besorgnis und Angst. "Mit Musik kannst du keine Familie ernähren!" oder "Weisst du wie schwierig, dass das ist?!" ist die Reaktion, wenn wir unsere geheimen Träume offenbaren. Als Gegenreaktion auf diese Kritik entstand anschliessend eine Bewegung mit dem Slogan "Folge deiner Leidenschaft und alles andere wird sich ergeben". Doch stimmt das wirklich? Können wir einfach unserer Leidenschaft folgen und alles andere (z.B. Geld) wird sich ergeben? Im heutigen Blog möchte ich diese Frage in Anlehnung auf eine 5-jährige wissenschaftliche Arbeit von Morten Hansen beantworten, die genau das untersucht hat. Interessiert? Dann lies "leidenschaftlich"! ;)

Grundsätzlich geht es beim Thema "Leidenschaft" um die folgende Frage:

 

"Werde ich in meiner Leidenschaft so exzellent sein, dass ich einmal davon leben kann?"

 

Niemand kann dir diese Frage mit 100-prozentiger Gewissheit beantworten. Jedoch wissen wir, dass Exzellenz ein "Muss" ist, um von seiner Leidenschaft zu leben. Doch erreichen wir diese Exzellenz, wenn wir lediglich unserer Leidenschaft folgen?

 

Die 5-jährige Studie von Morten Hansen, einem der führenden amerikanischen Wissenschaftler, die die Leistung von 5'000 Managern und Angestellten untersucht hat, besagt folgendes:

 

Nein, es genügt nicht, einfach seiner Leidenschaft zu folgen, um exzellent zu werden.

 

Denn was bedeutet "Leidenschaft" überhaupt? Leidenschaft bedeutet das zu tun, was du liebst. Doch warum halten wir trotzdem so krampfhaft daran fest, einfach "unserer Leidenschaft zu folgen"? Weil die bekannten Motivationsredner und erfolgreichen Unternehmer auf der Bühne davon sprechen. Die anderen Leute, die mit der gleichen Einstellung nicht denselben Erfolg feiern konnten, werden gar nicht auf solche Bühnen eingeladen...

Natürlich gibt es auch das andere Extrem, das vor allem in der Schweiz vorherrschend ist:

Wir gehen auf nun mal sicher und verdienen unser Geld, aber sind völlig leidenschaftslos. Die Arbeit ist auf gut Deutsch "zum Kotzen".

 

Doch gibt es einen Mittelweg? Einen Weg, bei dem ich mich nicht zwischen "leidenschaftlich"  und "leidenschaftlos" entscheiden muss? Morten Hansen's Studie zeigt:

 

Jaaa!!

 

Dieser Weg liegt dort, wo unsere Leidenschaft mit der "Bestimmung" überein schneidet. Was mit "Bestimmung" gemeint ist? Bestimmung in diesem Kontext bedeutet, ein Job zu machen, bei dem du der Welt einen wertvollen Beitrag leistest. Die Studie hat gezeigt, dass die Leute exzellente Arbeit liefern, welche sowohl Leidenschaft, als auch eine Bestimmung verspüren. Stark verallgemeinert bin ich der Meinung, dass wir Geld durch unsere Bestimmung generieren, da wir der Welt einen wertvollen Beitrag leisten und die Leidenschaft lediglich das Feuer ist, das uns für diesen sinnvollen Dienst antreibt. 

 

So, was können wir von Morten Hansen's Studie mitnehmen?

1) Leidenschaft ist nicht gleich Bestimmung. Leidenschaft bedeutet das zu tun, was DIR Spass macht. Bestimmung hingegen leistet DER WELT einen wertvollen Beitrag. 

2) Unsere Aufgabe ist es, einen Job auszuüben, der uns sowohl begeistert, als auch der Welt sinnvoll dient. So werden wir exzellent und können dadurch von unserer Leidenschaft leben.

 

Meine Schlussfolgerung ist: Eine Aktivität, die ich leidenschaftlich ausübe, kann nur zu meinem Beruf werden, wenn sie auch der Welt dient. Sonst wird es für immer ein Hobby bleiben.

 

Meine Frage für dich ist nun:

 

Hast du eine Leidenschaft, die dich begeistert und die du zu deinem Beruf machen möchtest? Falls ja:

 

Welchen Wert kreierst du für die Welt mit deiner Leidenschaft?

 

Mich würde es richtig Wunder nehmen, was deine Leidenschaft ist und falls du sie zu deinem Beruf machen willst, welchen Beitrag sie deiner Meinung nach der Welt leistet. Lass es mich mit einem Kommentar unten wissen! Bitteeee!! ;)

 

Ganz liebe Grüsse

 

 

Brauni :)



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Kommentare: 5
  • #1

    Muus (Sonntag, 28 April 2019 09:50)

    Ich wollte immer Lehrerin werden, leider hat dies nicht geklappt. Noch in der KV Lehre habe ich die Leidenschaft zur Buchhaltung gefunden. Ich liebe Lernende (unsere Zukunft) und Ihnen die Freude an der Buchhaltung zu vermitteln, daher würde ich mich gerne mit Nachhilfe und einem speziellen Nachhilfebuch selbständig machen. Wichtig ist es mir auch das Selbstbewusstsein der Lernenden, welches in der Schule bei Misserfolg oft leidet wieder zu stärken. Und das Gefühl, wenn sie richtig Stolz zurück kommen und eine Gute Note haben oder einfach Freude daran haben ein Thema verstanden zu haben ist unbezahlbar!
    Danke jedem Lernenden mit dem ich zusammen arbeiten und lachen durfte und von dem ich auch immer etwas lernen konnte!

  • #2

    Alessandro (Sonntag, 28 April 2019 11:59)

    Ich lese den Kommentar von Muus und muss schmunzeln... Auch ich habe die KV-Ausbildung in der Tasche, entschied aber noch während dieser Lehrer zu werden. Denn eine "Leidenschaft" von mir - falls man es so nennen kann - sind Kinder. Ich mag Kinder aus so vielen Gründen... Und ich liebe es, ihnen eine Freude zu bereiten und sie lachen zu sehen wenn ich weiss, dass ich dafür was gemacht habe. Sei es durch einen Witz, beim Spielen oder weil ich ihnen etwas beigebracht habe und sie nun Freude haben. Aus letzterem Grund habe ich mich entschieden, Lehrer zu werden. In den Praktika gab es allerlei Erfahrungen, negative und positive. Doch die Motivation, oder eben die Leidenschaft dahinter, ist immer geblieben. Nun bin ich jetzt seit knapp 2 Jahren Primarlehrer in einem fast schon idyllischen Dorf und, in Verbindung mit der Frage, antworte ich so: Ich verfolge die Leidenschaft, Kindern eine Freude zu machen. Den Wert den ich kreiere? Dass ich für die Kinder in Bezug auf die gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen schon mal die Grundbasis gebe. Und ich fühle mich geehrt, dies machen zu können. Ob das jetzt Bestimmung ist? Ja, wer weiss, oder eine Bestimmung von vielen, da ich viele andere Leidenschaften habe. Jep, bin ein leidenschaftlicher Kerl... ;)

    An alle andern: Verfolgt eure Leidenschaft? Ob sie zu eurem Beruf sein muss, empfehle ich nicht unbedingt, aber es KANN genau das richtige sein. Im Moment sehe ich das nur so in meinem Fall. Muus und allen anderen wünsche ich das von Herzen!

    LG Alessandro

  • #3

    Brauni (Gadget Baron) (Montag, 29 April 2019 07:52)

    Liebe "Muus" und lieber "Alessandro",

    Danke so vielmals für eure liebe Kommentare, wo ihr so offen von eurem Leben erzählt habt! Es hat mich richtig berührt, zu merken, dass wir solche geniale Lehrerinnen und Lehrer haben, die einen Unterschied machen! Ich möchte euch einfach noch eines sagen:
    IHR SEID GOLD WERT!

    Das meine ich wirklich, ohne zu übertreiben. Danke für euren Einsatz und wie ihr die Welt auf ganz praktische Art&Weise verändert!

    Ich wünsche euch eine geniale Woche und möchte euch nochmals von Herzen danken!

    Liebe Grüsse
    Bruno

  • #4

    (un)wichtig (Samstag, 04 Mai 2019 11:52)

    Leider kam ich erst jetzt dazu deinen Blogbeitrag zu lesen.. ;)

    Wiso muss Leidenschaft und Bestimmung mit der Berufswelt und dem Geld zusammenhängen.? Ich bin der Meinung eine Bestimmung und somit auch eine Leidenschaft darf ebenfalls in der Freizeit seinen Platz finden. Viele Trainer in diversen Sportvereinen machen diese Tätigkeiten mit voller Motivation, Begeisterung und Leidenschaft. Meistens sogar ohne oder im Verhältnis geringer Entschädigung.
    Inwiefern dient das der Welt? Ich möchte das ganze am Beispiel des SLRG (Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft) erläutern.
    Die Mitglieder (Kinder & Erwachsene) erlernen zum einen das Schwimmen für jeden selbst. Zum anderen geht es darum Gefahren und Risiken am und im Wasser zu erkennen und vorzubeugen. Ein weiterer Punkt sind die verschiedenen Ausbildungsmodule, wie rette ich jemanden der ertrinkt, welche Gefahren lauern im See und am Fluss, sowie wo sind meine eigenen Grenzen (z.B. im Zusammenhang mit Kälte, Hypothermiekurs). Und nicht zu vergessen ist der positive Ausgleich zu der teilweise doch tristen Arbeitswelt. ;)

    Somit bin ich der Meinung, dass alle die sich irgendwo in irgendeiner Form in einem Sportverein engagieren der Welt einen sehr grossen Dienst leisten.

  • #5

    Brauni (Gadget Baron) (Samstag, 04 Mai 2019 17:33)

    Ciao "Wichtig" ;)

    Danke vielmals für deinen Kommentar! Kein Problem, wenn du den Blog "erst" jetzt gelesen hast. Finde es mega cool, dass du dir extra die Zeit genommen hast, ihn zu lesen!

    Ich gebe dir voll und ganz Recht: Alle, die der Welt durch einen Sportverein dienen, leisten einen grossen Beitrag! Ich weiss aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie Trainer mir in Sportvereinen grossartige Werte vermittelt haben. Unbedingt!

    Folgendes habe ich im Blog verpasst, zu betonen: Ich bin auch der Meinung, dass es wichtig ist, bedingungslos zu geben. Jedoch können wir dies nicht 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr tun. Sonst können wir die Aktivität, mit der wir anderen Leuten helfen, gar nicht mehr ausüben, da wir schlicht und einfach das Geld nicht mehr dazu haben. Weisst du, was ich meine? Ich hoffe, ich schreibe genug verständlich � Wenn du mich mal siehst, dann sprich mich doch an! :) Würde mich freuen, noch mehr über deine Ansicht zu erfahren!

    Liebe Grüsse

    Brauni :D


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